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Veranstaltung

Bremen: -

Arbeitstagung: Qualifizieren statt Versorgen - Innovation statt Subvention

Über 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft,  allgemeinbildenden und beruflichen Schulen diskutierten am 22. Februar 2007 im Hörsaalgebäude der Universität Bremen über Notwendigkeiten und Ansätze zur Verbesserung der Dualen Berufsbildung.

Staatsrat Dr. Göttrick Wewer betont in seinem Grußwort die Notwendigkeit der Landesinitiative mit Blick auf die Entwicklungen der Ausbildungsmärkte: So ist die Quote der Auszubildenden im Beschäftigungssystem unter 6% gesunken, die Zahl der Betriebe, die sich noch in der Lage sieht auszubilden, hat deutlich abgenommen, das mittlere Eintrittsalter von Jugendlichen in eine Berufsausbildung ist von 16,5 auf 20 Jahre gestiegen. Demgegenüber - so Wewer  - werden auf Grund der demographischen Entwicklungen Facharbeitsmärkte in Zukunft nicht mehr über genügend fachlich qualifizierte, praxisnah ausgebildete Arbeitskräfte verfügen, sollten keine massiven Anstrengungen dem entgegengestellt werden. In diesem Zusammenhang stellt er den ganzheitlichen Ansatz der Landesinitiative heraus. Alle Vorhaben im System der beruflichen Bildung in Bremen werden gemeinsam unter einheitlicher Zielrichtung bedacht. Die Zusammenarbeit wird bewusst institutionenübergreifend gestaltet um die Abstimmungsschwierigkeiten der durch die Gesetzeslage hoch fragmentierten Berufsbildung zu überwinden.

In seiner Eingangsrede plädiert Prof. Dr. Felix Rauner für eine qualitativ hochwertige und rentable Duale Berufsbildung. Er kritisiert jedoch eine Modularisierung der Berufsbildung und die Vorgaben des Europäischen Qualifikationsrahmens. Anhand von Forschungsergebnissen weist er nach, dass die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen vor allem aus der dual angelegten Berufsbildung und dem darauf aufbauenden fachlichen Wissen und Können der Techniker und Ingenieure resultiert. "Berufliche Identität und berufliches Selbstbewusstsein als Grundlage für Leistungsbereitschaft und Engagement sowie Voraussetzung für eine schnelle Eingliederung Jugendlicher in betriebliche Praxisgemeinschaften, werden nicht durch die Vermittlung von Qualifizierungsbausteinen oder im Rahmen vollzeitschulischer Ausbildung gefördert."

10 Bildungsexperten aus Deutschland und der Schweiz gaben in Ihren Impulsreferaten detaillierte Einblicke in verschiede Projekte und regten so die Teilnehmer der einzelnen Workshops zur intensiven Diskussion über konkrete Vorhaben in Bremen an.

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