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Forschung

Die Forschung des i:BB konzentriert sich derzeit auf fünf Forschungsfelder.

Forschungsprofil

Das übergeordnete Forschungsinteresse des i:BB ist die Entwicklung von Methoden, die es ermöglichen, die Qualität beruflicher Bildung auf den Ebenen der Gestaltung und Organisation beruflicher Lernprozesse, der Bildungsgänge und der Bildungssysteme zu analysieren und weiterzuentwickeln. Die etablierten Verfahren und Methoden der Qualitätssicherung und -entwicklung beruflicher Bildung zielen mit ihren pragmatischen Konzepten vor allem auf die Organisationsentwicklung der Institutionen beruflicher Bildung. Sie lehnen sich dabei überwiegend an die betriebswirtschaftlichen Methoden des Qualitätsmanagements an. Für den Kernbereich dieses Feldes der Forschung und Entwicklung – die beruflichen Bildungsprozesse – fehlten bis vor wenigen Jahren wissenschaftlich erprobte Methoden. Hier liegt der Schwerpunkt der i:BB-Forschung. Sowohl die Methoden der Kompetenzdiagnostik und der Selbstevaluation der Qualität und Rentabilität betrieblicher Ausbildung sind primär auf die Ebene der Qualitätssicherung und -entwicklung beruflicher Bildungsprozesse ausgerichtet. Zugleich bilden sie das Fundament für Analysen auf der Ebene aggregierter Daten: für die Qualitätssicherung und -entwicklung von Ausbildungsbetrieben, schulischen und hochschulischen beruflichen Bildungsgängen sowie lokalen, nationalen und internationalen Studien zur Evaluation der Qualität beruflicher Bildungssysteme.

Das Forschungsprofil basiert auf einem Verständnis der beruflichen Entwicklung als einem Zusammenhang zwischen der Entwicklung beruflicher Kompetenz und beruflicher Identität. Berufliche Kompetenz wird in den Analyse- und Gestaltungsprojekten definiert als eine multiple domänenspezifische Disposition, die dazu befähigt, bei der Lösung beruflicher Aufgaben die je gegebenen Gestaltungsspielräume situationsspezifisch auszuschöpfen und dabei die miteinander konkurrierenden Anforderungskriterien gegeneinander abzuwägen.

In den domänenspezifischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten des i:BB ist die berufsspezifische Kompetenz der Forscher eine unverzichtbare Voraussetzung für die Entfaltung der Forschungsfragen, die Interpretation der Forschungsergebnisse und die davon abgeleiteten domänenspezifischen Schlussfolgerungen. Über diese Kompetenz verfügen die Berufsbildungsforscher schon wegen der großen Zahl verschiedener Berufe nur sehr eingeschränkt. Daher kommt der berufsfachlichen Expertise der Berufsbildungspraktiker in den I:BB-Projekten eine besondere Bedeutung zu.

Das i:BB-Forschungsprofil basiert daher auf Methoden der Beteiligung von berufsfachlich qualifizierten Lehrern und Ausbildern in einer großen Zahl der Forschungsvorhaben, in denen es um berufsspezifische Fragestellungen und Methoden geht. Exemplarisch sei auf das Ratertraining verwiesen, in dem es gelingt, im Dialog zwischen den Methodenexperten und den Lehrern/Ausbildern ein hohes Niveau der Übereinstimmung bei der Bewertung der Lösungen offener Testaufgaben zu erreichen.

Die umfangreiche internationale Forschungskooperation erfordert einen wissenschaftlich fundierten Umgang mit den kulturellen Determinanten beruflicher Arbeit und beruflicher Bildung. Hier kann das i:BB auf seine Erfahrungen im Bereich der Industriekulturforschung zurückgreifen. Unsere international vergleichende Forschung hat gezeigt, dass die kulturelle Dimension im Bereich der Kompetenzdiagnostik von untergeordneter Bedeutung ist. Diese Erfahrung deckt sich mit den Erfahrungen der International World Skills (IWS). Dagegen spielen die kulturellen Faktoren bei der Durchführung von Kontextanalysen sowie den Projekten der Erfassung beruflicher Identität und beruflichen Engagements eine wesentliche Rolle. Dies schon deshalb, da die Berufsform gesellschaftlicher Arbeit in den an unseren Forschungsvorhaben beteiligten Ländern eine unterschiedliche Bedeutung zukommt.